Kulthandwerk als Onlinemarktplatz für Selbstgemachtes?

Das Aus von Dawanda im Sommer diesen Jahres hat mich sehr überrascht. Ich war zwar nie ein Dawanda Kunde, bin aber ein bekennender Anhänger der Maker- und DIY-Szene (Holzwerkstatt, Bierbrauen, Garten, ...). Dawanda war immer eine große Inspirationsquelle für Geschenkideen oder Ideen zum Nachmachen und Nachbauen.

Was mich aber sehr verwundert, ist die Begründung für die Aufgabe des Marktplatzes, denn laut Medienberichten war für Dawanda kein nennenswertes Wachstum mehr zu erwarten, die Investoren haben daher ihr Interesse verloren, die Gründer und Geschäftsführer daher beschlossen, den Geschäftsbetrieb mit ungefähr 2 Monaten Vorlaufzeit für ihre Händler aufzugeben. Den auf Dawanda angeblich 70.000 aktiven Händlern wurde empfohlen, zur ähnlichen Plattform Etsy zu wechseln, man hat den Händlern dafür sogar noch ein Tool an die Hand gegeben, mit dem sie ihre Produkte problemlos zur US-amerikanischen Konkurrenz übertragen konnten.

Auch wenn ich weder Händler noch Kunde auf Dawanda war kann ich die Schließung dieses Marktplatzes nicht so richtig nachvollziehen, und zwar aus mehreren Gründen:

  • Im Zuge der Digitalisierung, vor allem im E-Commerce, findet eine zunehmende Monopolisierung statt, d.h. einige wenige, meist US-amerikanische Plattformen beherrschen den Markt und diktieren die Bedingungen vor allem für Händler. Es findet kein gesunder Wettbewerb mehr statt. Kunden (Händler wie Käufer) sind den wenigen Onlineplattformen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
  • Amerika zuerst! Ich finde es schade, dass es in Deutschland wie in Europa kaum mehr nennenswerte Konkurrenz zu US-amerikanischen Großkozernen der Digitalwirtschaft gibt.
  • Aus Käufersicht gehen mir die großen Händler wie Amazon oder ebay zunehmend auf die Nerven, da sie vom Produktangebot so groß und unübersichtlich geworden sind, dass man schnell den Überblick verliert. Für Händler sind diese Plattformen schon lange eine Qual. Deutschsprachige Bücher kaufe ich inzwischen lieber wieder im lokalen Buchhandel. Auch Etsy erscheint mir für Händler viel zu groß und zu unübersichtlich, der Druck der Mitbewerber ist für Händler immens, außerdem hat man kaum mehr eine Chance mit seinen Produkten gefunden zu werden.
  • Vor allem in Deutschland sind die rechtlichen Anforderungen (Abmahngefahr, DSGVO, Geoblocking, etc ) sehr hoch und ändern sich alle Nase lang. Eine Plattform wie Etsy wird kaum auf diese Anforderungen ihrer deutschen Händler eingehen wollen (oder können).
  • Da ich selbst den Datenschutz für sehr wichtig halte hege ich inzwischen zunehmende Zweifel gegenüber großen amerikanischen IT Konzernen. Während der deutsche und europäische Gesetzgeber gerne mit der Abmahnkeule auf die heimische Wirtschaft eindrischt können Firmen wie Facebook, Google, Apple und Co. schalten und walten wie sie wollen. Was diese Konzerne mit unseren Daten treiben ist von außen nicht weder nachvollziehbar noch kontrollierbar.
  • Ich bin ein großer Freund einer kleinteiligen Wirtschaft: Handwerksbetriebe, Agenturen, Werkstätten, Manufakturen und Ateliers bieten einen Arbeitsmarkt jenseits steriler Großraumbüros. Während unsere Politik nur noch abhängige Beschäftigungsverhältnisse ausgerichtet auf hippe, aber angepasste Mittdreißiger in Großkonzernen fördert, geraten Selbständige, Freiberufler und kleine Betriebe zunehmend ins Hintertreffen. Wir alle werden von der Industrie und vom Gewerbe nur noch während unserer leistungsfähigsten Lebensphase gebraucht, Rest der Zeit sind wir nur noch Bittsteller der Sozialsysteme.
  • Auch wenn ich die wahren Gründe für die Aufgabe des Marktplatzes Dawanda nicht kenne, ärgert mich die in den Medien oft genannte Begründung der fehlenden Aussicht auf Wachstum. Warum immer Wachstum? Dawanda war ein funktionierender Marktplatz für angeblich 70.000 Händler. Ich arbeite lange genug im E-Commerce um immer wieder zu erleben: wenn nicht jedes Jahr 10% bis 30% Wachstum erreicht werden bricht die Panik aus. Wenn jetzt jedes Unternehmen aufgeben würde, dem die Aussicht auf exponentielles Wachstum fehlt? Wir hätten schon längst keine funktonierende Wirtschaft mehr. Warum nicht einfach ein Unternehmen betreiben, welches einem das eigene Auskommen und vielleicht noch das von einigen Mitarbeitern sichert. Warum immer gleich die ganz große Nummer?

Ihr seht, die Aufgabe Dawandas ärgert mich aus mehreren Gründen und hat mich nicht mehr losgelassen. Da ich erst vor Kurzem auf www.kulthandwerk.de einen Verzeichnisdienst für Kunsthandwerker und Manufakturen gestartet habe, um interessante und spannende Unternehmen mit ihren kreativen und nachhaltigen Produkten zu sammeln, drängt sich mir immer mehr die Idee auf, die Webseite Kulthandwerk selbst zu einem eigenen Marktplatz für Selbstgemachtes vom Profis und von Amateuren umzubauen. Dabei möchte ich mich auf den deutschsprachigen Raum konzentrieren und auch Ideen einfließen zu lassen, wie man Händler neben den reinen Verkäufen ihrer Ware noch unterstützen könnte (z.B. mit einem Veranstaltungskalender für Messen und Märkte, wo die jeweilgen Händler mit Ständen vertreten sind).

Ich arbeite bereits mit Hochhdruck an der neuen Plattform und plane den Start ab Januar 2019. Das Kulthandwerk nicht von Anfang an eine solche Bekanntheit und Reichweite wie früher Dawanda haben kann, versteht sich hoffentlich von selbst, wer aber jetzt schon Interesse hat, mit seinem Produktangebot auf Kulthandwerk teilzunehmen, kann sich gerne jetzt schon bei mir melden. Ich informiere Euch dann sobald Kulthandwerk soweit ist, dass Ihr Eure Produkte einstellen könnt. Außerdem hätte ich gerne vorab sinnvolle Testdaten (also Produktinformationen), mit denen ich das System befüllen möchte. Die ersten Monate, also einer Art Livetest wird die Plattform kostenfrei sein, er werden also weder Einstellgebühren für Produkte noch Teilnahmegebühren oder Provisionen für Verkäufe erhoben.

Wenn Ihr Interesse habt erreicht Ihr mich per Email über info@kulthandwerk.de. Da ich die Plattform neben meinem eigentlich Job aufbaue, ist ein telefonischer Kontakt eher schlecht, solltet Ihr aber Fragen haben, die sich nicht per Email klären lassen, rufe ich Euch gerne zurück, schreibt mir dazu einfach wann und wie ich Euch erreichen kann.

Außerdem können wir uns gerne vorab vernetzen, z.B. über meine persönlcihen Profile auf

oder über die Social Media Account von Kulthandwerk auf

Über diese Kanäle werde ich über den Fortgang der Entwicklung des Onlinemarktplatzes Kulthandwerk informieren.

Sammlung authentischer, individueller, kreativer Kunsthandwerksbetriebe und Manufakturen.

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