Checkliste für Händler auf Kulthandwerk

Wer in Deutschland (gilt zunehmend auch für Europa) Ware über das Internet verkaufen will, muss eine Vielzahl an Regulierungen, Verordnungen und Gesetze beachten. Als Betreiber des Onlinemarktplatzes Kulthandwerk kann und will ich keine Rechtsberatung anbieten, ich aber trotzdem einige Punkte nennen, die Ihr als Händler im Internet berücksichtigen müsst.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr einen eigenen Onlineshop, eine Cloudlösung oder einen Marktplatz nutzt, die rechtlichen Anforderungen gelten für alle Arten von Plattformen. Bei konkreten Fragen wie Ihr diese Anforderungen umsetzen müsst, wendet Euch bitte an einen Anwalt oder eine entsprechende Organisation wie den Händlerbund:

 

Die rechtliche Themen im einzelnen (ohne Gewähr auf Vollständigkeit):

  • Die sogenannte Anbieterkennzeichnung in Form eines Impressums
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB’s) inklusive einer Widerrufserklärung und Hinweisen zum Datenschutz
  • Je nach angebotener Warengruppe die Berücksichtigung verschiedener Verordnungen (z.B. Textilien, Kosmetik, Lebensmittel, Batterien, Verpackungen, etc.)
  • Die Angabe korrekter Mehrwertsteuersätze (Umsatzsteuer)
  • Zu guter Letzt der Link zur Plattform der EU-Kommission zur Online-Streitbeilegung

Die sogenannte Anbieterkennzeichnung in Form eines Impressums

Jeder, der im Internet gewerblich aktiv ist, muss eine Anbieterkennzeichnung, sprich ein Impressum haben. Dieses darf nicht zu versteckt sein, damit ein Kunde dieses möglichst mit ein, zwei Klicks findet. Daher hat es sich eingebürgert, dass sich die Verlinkung zum Impressum bei Webseiten meist im Header (Seitenanfang) und/oder im Footer (Seitenende) befindet. Auf dem Kreativmarkt Kulthandwerk habe ich für Händler auf ihrer Profilseite unter dem Menüpunkt Shops die Möglichkeit geschaffen, ihr Impressum einzutragen.

Das Format eines Impressums ist streng vorgegeben, was es relativ einfach macht, dieses Dokument zu erstellen. Am einfachsten und kostenfrei geht dies über sogenannte Impressumsgeneratoren, wie z.B. bei eRecht24.

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB’s) inklusive einer Widerrufserklärung und Hinweisen zum Datenschutz

Komplizierter sind da schon die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und die mit verbundenen Widerrufserklärungen und Hinweise zum Datenschutz. Am einfachsten ist es natürlich, wenn Ihr bereits einen Onlineshop mit diesen Informationen habt, oder vielleicht schon auf einem andern Marktplatz aktiv seid. Dann könnt Ihr diese Text natürlich auch für Kulthandwerk verwenden. Falls nicht, empfehle ich eine Organisation wie den Händlerbund (siehe unten). Diese stellen Euch die notwendigen Dokumente zusammen und halten diese auch aktuell. Im Falle einer Abmahnung bieten sie übrigens auch die notwendige juristische Beratung an.

Je nach angebotener Warengruppe die Berücksichtigung verschiedener Verordnungen

Alles, was Ihr mit Euren Waren in Umlauf bringt bzw. was für die Gesundheit der Kunden relevant sein könnte, muss korrekt entsorgt werden oder deklariert sein. Im Falle von Verpackungen oder Batterien seid Ihr als Händler dafür verantwortlich, dass diese Materialien nicht in Umwelt gelangen und vorschriftsmäßig entsorgt werden. Bei Kleidung (eigentlich Textilien und Stoffe jeder Art), Kosmetik und Lebensmitteln geht darum, dass Kunden vollständig darüber informiert werden, welche Inhaltsstoffe bei den Produkten Verwendung fanden. Hier geht es hauptsächlich darum, das Eure Kunden mit bestimmten Allergien die auslösenden Inhaltsstoffe meiden können. Eigentlich sinnvoll und nachvollziehbar, in der Umsetzung für den Händler aber nicht immer ganz einfach. Siehe dazu auch den Blogbeitrag Welche Regelungen und Verordnungen sind von Onlinehändlern zu beachten.

Die Angabe korrekter Mehrwertsteuersätze (Umsatzsteuer)

In Deutschland gelten die Mehrwertsteuersätze auf Produkte und Dienstleistungen von 19% bzw. 7%. Der reduzierte Satz gilt nur für bestimmte Dienstleistungen oder Produkte wie z.B Lebensmittel. Betreibt Ihr Euer Geschäft nur in einem geringen Umfang, dass seid Ihr sogar komplett von der Umsatzsteuer befreit, d.h. Ihr dürft Eure Waren auch ohne Mehrwertsteueraufschlag, also mit 0% anbieten. Das ist die sogenannte Kleinunternehmerregelung, bei der Ihr einen bestimmten Umsatz pro Jahr nicht überschreiten dürft (sonst wird plötzlich die Umsatzsteuer fällig!). Die Grenzwerte erfahrt Ihr beim Finanzamt oder beim Steuerberater.

Zu guter Letzt der Link zur Plattform der EU-Kommission zur Online-Streitbeilegung

Der wohl albernste Grund für Abmahnungen in Deutschland, der Link zur sogenannten Plattform der EU-Kommission zur Online-Streitbeilegung. Wer den nicht ordnungsgemäß gesetzt hat (z.B. weil nicht verlinkt), der läuft Gefahr, abgemahnt zu werden. Ehrlicherweise ist mir nicht so ganz klar, wozu diese Plattform überhaupt dienen soll. In einem Streit mit einem Onlinehändler hatte ich mal versucht, über diese Plattform meinen Streit beizulegen. Die Handhabung so bescheiden, dass ich es habe bleiben lassen und bin dann gleich zu einem Anwalt (übrigens mit Erfolg!).

Mit dieser Plattform werden also nicht nur unsere Steuergelder verbraten, sondern auch Onlinehändler geärgert. Es hilft alles nichts, der Link muss rein. Ob im Impressum oder in den AGB’s ist schon wieder unklar. Ich persönlich tendiere zum Impressum, ob das letztendlich korrekt ist kann ich nicht beurteilen. Der Link sieht aktuell (Stand Januar2020) ürbrigens so aus:

https://ec.europa.eu/consumers/odr

Also nicht drüber nachdenken und einfach rein damit (und verlinken nicht vergessen)!

Solltet Ihr als Händler bereits im Internet aktiv sein, so habt Ihr Euch sicherlich mit der Thematik schon beschäftigt und vielleicht sogar die notwendigen Rechtstexte und sonstigen Informationen vorliegen und könnt diese dann auch für den Onlinemarktplatz Kulthandwerk nutzen. Falls nicht, müsst Ihr leider selbst aktiv werden und Euch um die ganzen rechtlichen Anforderungen kümmern, die Ihr für eine Teilnahme am Kreativmarkt Kulthandwerk benötigt. Wie bereits erwähnt, gebe ich hier keine Rechtsberatung, ich möchte an dieser Stelle lediglich einige Hinweise geben, was von Eurer Seite zu tun. Falls Ihr Unterstützung benötigt, so ist z.B. der Händlerbund immer eine gute Adresse, um sich zu informieren und beraten zu lassen: