Welcher Onlinemarktplatz ist für mich als Händler der richtige?

Laut Artikel Übersicht: Zahl der Online-Marktplätze im DACH-Raum „explodiert“ des Onlinemagazins One to One gibt es im DACH Raum (also der deutschsprachige Raum mit Deutschland, Österreich und Schweiz) 173 Onlinemarktplätze, Stand Januar 2020. Damit hat sich die Zahl der Marktplätze in den letzten 5 Jahren mehr als verdoppelt. Wie finde ich als Händler nun den den richtigen Marktplatz für mich?

Ob Kulthandwerk bei den 173 Onlinemarktplätzen bereits dabei ist wage ich ja zu bezweifeln, dazu dürfte Kulthandwerk noch zu klein und zu unbekannt sein. Trotzdem möchte ich für Euch einige Kriterien auflisten, anhand derer Ihr den richtigen Marktplatz für Eure Produkte finden könnt. Um Euch die Entscheidung etwas zu vereinfachen die Kriterien im Überblick:

  1. Gebühren
  2. Kosten für Artikel
  3. Provisionen
  4. Vertragslaufzeiten
  5. Zielgruppen
  6. Dropshipping (Streckengeschäft)
  7. Retouren – Stornierungen
  8. Schnittstellen
  9. Zahlarten
  10. Kuratierter Marktplatz

Gebühren

Verlangt der Marktplatz fixe, laufende Gebühren? Diese fallen meist in Form von monatliche Kosten an, d.h. Ihr bezahlt einen bestimmten Betrag alleine dafür, dass Ihr Euren Shop und Eure Produkte auf dem Marktplatz einstellen und auch präsentieren könnt. Kulthandwerk verlangt übrigens keine derartigen Gebühren.

Kosten für Artikel

Manche Marktplätze verlangen zusätzlich zu den monatlichen Gebühren noch Geld für das Einstellen von Artikeln. Das sind zwar oft nur Cent-Beträge, aber auch das läppert sich, wenn man viele Artikel einstellen möchte. Ihr habt also laufende Kosten, egal, ob Ihr über den Marktplatz Eure Produkte verkauft oder nicht. Über Kulthandwerk entstehen Euch auch keine Kosten für eingestellte Artikel, d.h. keine laufenden Kosten.

Provisionen

Das Abrechnungsmodell, dass die meisten Onlinemarktplätze anbieten dürften, ob mit oder ohne zusätzliche Kosten wie monatliche Gebühren oder Kosten für das Einstellen von Produkten. Das Provisionsmodell bedeutet dabei, dass pro vermittelten Verkauf ein gewisser Prozentsatz des Verkaufspreises fällig werden, die normalerweise der Händler, nicht der Kunde zu tragen hat. Dieser Anteil dürfte nach Marktplatz zwischen 5% und vielleicht 20% liegen. Kulthandwerk verlangt derzeit 6% vom Verkaufspreis (Stand März 2020) eines Artikels. In Zukunft sind weitere Services für Händler angedacht, für die evtl. auch ein höher Provisionsanteil wird. Stornierung oder Retouren können dabei leider nicht berücksichtigt werden (Details siehe bitte Allgemeinen Nutzungsbedingungen)

Vertragslaufzeiten

Ein weiteres, für Händler vielleicht nicht uninteressantes Kriterium sind evtl. die Vertragslaufzeiten. Wie schnell kann man auf dem jeweiligen Marktplatz seinen Account wieder kündigen? Gibt es vielleicht Kündigungsfristen, die einzuhalten sind und fallen in dieser Zeit Kosten an? Auch hier ist Kulthandwerk völlig unkompliziert, d.h. Ihr könnt jederzeit kündigen und Euer Produktangebot löschen.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, einen Shop zum pausieren und die Artikel zu deaktivieren. So wird Euer Angebot auf Kulthandwerk nicht mehr angezeigt und es fallen auch keine Kosten mehr an. Das hat den Vorteil, dass Ihr zu einem späteren Zeitpunkt Euer Angebot jederzeit und ohne viel Mühe wieder aktivieren könnt.

Zielgruppen

Wichtig für die Auswahl des Marktplatzes ist natürlich die Zielgruppe (oder die Zielgruppen) der jeweiligen Plattform. Selbstredend, dass es keinen Sinn macht, sich mit selbst gemachten Schmuck auf einem Marktplatz für gebrauchtes Werkzeug anzumelden. Kulthandwerk wendet sich z.B. an alle Liebhaber handwerklich hergestellter Produkte wie Mode, Schmuck, Deko-Artikel und Produkte sonstiger Hersteller.

Dropshipping (Streckengeschäft)

Wenn Ihr die Order des Kunden selbst bearbeiten und abwickeln wollt, dürfte das Modell des Streckengeschäfts für Euch am meisten Sinn machen. D.h. der Marktplatz leitet die Order komplett an Euch weiter und Ihr kümmert Euch um den Rest (Zahlung, Versand der Ware). Damit habt Ihr natürlich auch den Kunden und könnt ihn in Zukunft direkt bedienen (ohne Provision). Das dürfte das häufigste Modell eines Marktplatzes sein, sprich die wenigsten werden Euch anbieten, dass Ihr Eure Produkte in eine Lager einliefert und sich der Marktplatz um die Abwicklung der Order kümmert.

Retouren – Stornierungen

Eine Frage, die Ihr vielleicht mit dem Onlinemarktplatz Eurer Wahl klären solltet, ist der Umgang mit Stornierungen und Retouren, also Bestellungen, die vom Kunden abgesagt oder zurückgesandt werden. Es gibt Marktplätze, die verlangen z.B., dass Ihr Eure Retouren kostenfrei anbietet. Das bedeutet, dass Ihr diese Kosten einpreisen, also im Verkaufspreis berücksichtigen müsst. Bei hohen Verkaufszahlen ist das meist auch kein Problem, da Ihr diese Kosten statistisch sauber ermitteln und dem Verkaufspreis zuordnen könnt. Habt Ihr pro Monat aber nur einzelne Order, so schlägt eine einzelne Order, die vom Kunden zurückgesandt wird, gleich ganz zu Buche.

Ein anderes Thema ist, inwieweit Retouren bei der Verprovisionierung Eurer Sales berücksichtigt werden. Das ist bei Marktplätzen kein Problem, wenn sie auch die an Euch gerichteten Bestellungen abwickeln. In diesem Fall haben sie Informationen darüber, welche Order storniert oder retourniert wurde und können das bei der Abwicklung berücksichtigen. Kulthandwerk reicht die Order allerdings direkt an seine Händler zur Abwicklung weiter. Aus diesem Grund hat Kulthandwerk keine Informationen darüber, welche Order für die Berechnung der Provision gültig ist und welche nicht. Daher können Stornierungen und Retouren bei der Provision von Kulthandwerk leider nicht berücksichtigt werden. Bei einer Provision von nur 6% sollte das aber kein Problem darstellen.

Schnittstellen

Es gibt zahlreiche Systeme, die das Leben eines Händlers vereinfachen, dazu zählen zusätzliche Zahlarten oder Produkt- und Warenwirtschaftssysteme. Vor allem letztere sind sehr interessant, denn sie ermöglichen dem Händler, seine Produkt-, Bestell- und Kundendaten zentral zu verwalten, gleichzeitig aber auf zahlreichen Plattformen präsent zu sein.

Mit Kulthandwerk kann ich aktuell leider keine Anbindung anbieten, plane aber, in den nächsten Wochen die Auftragsabwicklung und Warenwirtschaft von Billbee anzubinden. Viele Händler verwalten ihre Produktdaten bereits über Billbee, diesen Händlern möchte ich die Möglichkeit anbieten, Kulthandwerk als weiteren Marktplatz zu nutzen. Weitere Informationen folgen.

Zahlarten

Ein Kriterium zur Auswahl eines Marktplatzes kann natürlich auch die Auswahl an Zahlungsarten für die Kunden sein. Die bei Kunden gängigsten und beliebtesten Zahlarten sind Zahlung per Kreditkarte, Paypal und natürlich Rechnung. Vorkasse und Lastschrift sind naturgemäß weniger beliebt bei den Kunden.

Mit Kulthandwerk kann ich aktuell leider nur Vorkasse und Paypal anbieten. D.h. Ihr tragt Eure Bank- bzw. Paypal-Daten (Emailadresse des Händlerkontos bei Paypal) ein und im Falle eines Kaufs werden diese Daten per Bestellbestätigung an den Kunden weitergeleitet. Sobald Ihr den Zahlungseingang festgestellt habt, könnt Ihr also die bestellte Ware versenden. Nicht besonders bequem, gebe ich zu, aber in Zukunft plane ich die Einbindung eines Zahlungsdienstleisters, der sich auf Marktplätze spezialisiert hat und Händlern die Möglichkeit bietet, auch Zahlungsarten wie Kreditkarte anzubieten. Das dauert aber leider noch etwas. Rechnungskauf macht wegen des Risikos eines Zahlungsausfalls vermutlich keinen Sinn.

Kuratierter Marktplatz

Wir kennen alle die großen Marktplätze Amazon und ebay. Vielleicht ist der ein oder andere von Euch dort bereits aktiv. Diese großen Onlinemarktplätze bieten eine große Reichweite, sie sind aber auch bekannt dafür, dass sie mit ihren Händlern recht rüde umgehen. Viele kleinere Plattformen können zwar nicht unbedingt die Reichweite wie die Big Player bieten, sind aber vielleicht trotzdem auf für Euch interessante Zielgruppen ausgerichtet. Jedenfalls gibt es einige Anbieter, die Euch als Händler direkt unterstützen, sei es mit Support bei Problemen oder mit verkaufsfördernden Sonderaktionen.

Laut dem oben genannten Artikel auf One to One ist eine Mischform zwischen eienr PrMarktplatzpräsenz und dem eigenen Handel durchaus üblich, es ist also kein Widerspruch, neben dem eigenen Onlineshop auch auf Onlinemarktplätzen aktiv zu sein, sogar auf mehreren gleichzeitig.